DREI ZEILEN FÜR EINEN AUGENBLICK
Ausstellung von HAIKU Bildern in der Buchladen-Galerie
Im Jahre 2019 habe ich mein erstes Haiku niedergeschrieben. Ich war damals in der Steiermark im Stift Vorau, als ich, im Bett liegend kurz vor Mitternacht, draußen das Rufen einer Eule hörte.
„Eine Eule ruft um Mitternacht“, heißt mein erstes Haiku.
Seitdem verfasse ich immer wieder diese kleinen Gedichte, besonders dann, wenn ich starke Gefühle, beim Betrachten eines für mich prägenden Erlebnisses empfinde.Was die traditionelle Form betrifft (3 Zeilen, 5 – 7 – 5 Silben), halte ich mich sehr flexibel daran. Dem Dreizeiler bleib ich meistens treu. Manchmal kommt eine vierte Zeile dazu, wenn es nicht anders geht. Die Anzahl der Silben berücksichtige ich nicht.Das Haiku ist eine klassische, sehr kurze japanische Gedichtform. Es fängt in knappster Form die Schönheit des Augenblicks ein. Die Besonderheit des Haiku liegt in seiner Fähigkeit, mit wenigen Worten eine starke Wirkung zu erzielen. Traditionell besteht es aus drei Zeilen. Das Haiku fängt flüchtige Momente ein, häufig inspiriert von der Natur.
DREI ZEILEN FÜR EINEN AUGENBLICK. Oft thematisiert es die Vergänglichkeit des Lebens oder jahreszeitliche Veränderungen, stark beeinflusst vom Zen-Buddismus. Die „Großen Vier“ der Japanischen Haiku Dichtkunst sind: Basho, Buson, Issa und Shiki. Das Haiku tauchte erstmals im 17. Jahrhundert in der japanischen Literatur auf. Es begann im frühen 20. Jahrhundert außerhalb Japans Anerkennung zu erlangen. Im englischsprachigen Raum waren es Ezra Pound und Alen Ginsberg, welche die Haiku bekannt machten. Im deutschsprachigen Raum war es in den 1920-er Jahren Rainer Maria Rilke und Christian Morgenstern. Ich wurde auf das Haiku aufmerksam im Buch von Arnulf Conradi: „Zen und die Kunst der Vogelbeachtung“. In diesem Buch widmet er das 2. Kapitel ganz dem Zen-Buddismus und dessen Zusammenhang mit der Vogelbeobachtung. Das Kapitel 4, ist ganz dem berühmtesten Haiku Dichter Basho gewidmet. Die Aufmerksamkeit, mit der man Vögel wahrnimmt, hat etwas stark Meditatives, genauso wie beim Verfassen eines Haikus.
Und die Fotografie, kann man diese auch mit der Haiku Dichtung in Verbindung bringen? Warum nicht. Wenn man auf dem Auslöser drückt hält man einen Augenblick fest, in dem eine Fülle von Emotionen enthalten sind, die in einem Bild zum Ausdruck kommen.
In dieser Ausstellung bringe ich diese zwei Ausdrucksformen zusammen.
Norbert Scantamburlo, Oktober 2026